Schützenverein Erpen-Timmern
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    Chronik des Schützenvereins
    Erpen-Timmern

    anlässlich des Kreisschützenfestes 1995

     

     

 

Mit diesen Namen aus der Liste der besten Schützen aus dem Jahre 1630 beginnt die Erpener Schützengeschichte. Die Schützen der Bauernschaft Erpen bildeten eine Korporalschaft innerhalb der Dissener Schützenkompanie.

 

 

Wer aber waren nun eigentlich die Schützen? Bei Feuersbrünsten hatten sie zu löschen, bei Wolfsjagden stellten sie die Treiberkette, bei Hinrichtungen, Gerichts- und Landtagen leisteten sie Absperrdienste, bei Märkten sorgten sie für Aufrechterhaltung der Ordnung, in unruhigen Zeiten bewachten sie die Grenzen, Heerstraßen, Landwehre und Schlagbäume und sie sollten auch, wenn feindliche Heerhaufen das Land bedrohten, zur Landesverteidigung herangezogen werden.

Wohl die erste Verordnung, die das Schützenwesen in unserem Osnabrücker Land betrifft, wurde am 09. August 1312 erlassen. Sie besagte, dass zur besseren Verteidigung des Stiftes Osnabrück die Untertanen sich in den Besitz von Waffen setzen sollten. Bei Erbteilungen dürften diese nicht vom Hofe genommen werden, sondern müssen "in der Wehre bleiben". Diese Verordnung besagt also im Grunde genommen, dass nicht der Mann, sondern der Hof, der Besitz, wehrpflichtig ist. Wenn also kein waffenfähiger Mann auf dem Hofe war, musste eben ein solcher, zum Beispiel als Knecht, angenommen werden. Dadurch war der Landesherr in der Lage, im Ernstfall eine bestimmte Anzahl Schützen aufbieten zu können. Dieses Aufgebot nannte man "Landfolge". So erfolgte auch die Zerstörung der Burg Palsterkamp im Jahre 1424 durch die Landfolge des Amtes Iburg, dem jetzigen Landkreis Osnabrück. Hierbei waren auch die Erpener Schützen beteiligt, wenngleich auch nur die Borgloher und Hagener Schützen in dem alten Schriftstück lobende Erwähnung finden.

Auf dem Landtag des Jahres 1609 - er tagte auf der "Hohen Linde" bei Kloster Oesede - wurde angeordnet, dass die Vollerben Büchsen, die Halberben Hellebarden und die Erb- und Markkötter kurze Spieße (Jürjäger) führen sollten. Doch wurde schon im selben Jahr berichtet, dass fast alle Schützen Büchsen besitzen.

 

 

Die politischen Spannungen des Revolutionsjahres 1848 führten zu Zerwürfnissen innerhalb der alten, traditionsreichen Dissener Schützenorganisation. Die Zerwürfnisse waren auch wohl der Grund, dass 1849 die Bauernschaft Nolle einen eigenen Schützenverein gründete. Der Versuch, 1850 in der Bauernschaft Aschendorf ebenfalls einen Verein zu gründen, scheiterte.

 

 

Auch in Rothenfelde, beziehungsweise Erpen, versuchte man einen Verein ins Leben zu rufen. Am 14. August 1848 bat man von Rothenfelde aus um Erlaubnis, am 20. August in der sogenannten "Fuchskuhle" ein Scheibenschießen veranstalten zu dürfen. Als Antretplatz für den Festzug war die Palsterkamper Mühle vorgesehen. Aus den eingereichten Satzungen ist vor allem der folgende Satz bemerkenswert:

"Der König darf aus seiner Würde keine Veranlassung zu Ausgaben nehmen! "

1852 führte der Büchsenschäfter Franz Meyer aus Rothenfelde ein Scheibenschießen durch. Es fand am 12. September statt. Der Festplatz lag am "Kleinen Berg" hinter dem Garten des Salzsieders Nollmann. Der 1. Preis war eine Jagdflinte, der 2. eine Kugelbüchse und der 3. eine Jagdtasche.

1858 kam es dann zur Gründung der "Erpener Schützen- und Jagdgesellschaft". Vorsitzender war der Colon Gersmann aus Strang. Ein Preisschießen wurde am 29. August desselben Jahres in der "Fuchskuhle" durchgeführt. Die Verantwortung für das Laden der Büchsen übernahm der Uhrmacher Wöstendiek aus Dissen.

Der Vogt Rüpke aus Dissen, der Bedenken gegen das Fest geäußert hatte, erhielt vom Amt Iburg einen heftigen Tadel ausgesprochen, da er sich in derartige Angelegenheiten nicht einzumischen habe.

1859 wurde das Fest am 28. August durchgeführt, diesmal im sogenannten "Ochsenluth", oberhalb Nollmann am "Kleinen Berg". Vorsitzender war, wie im Vorjahr, Colon Gersmann. Die Mitglieder waren, wie es wörtlich heißt "...Jagdfreunde, zumeist Rothenfelder Aktionäre und größere Grundbesitzer des Kirchspiels Dissen". Von den Mitgliedern und Gästen heißt es, dass sie die Feste in Dissen und Nolle nicht besuchen. Besonders hervorgehoben wird, dass das Fest zur Unterhaltung der Badegäste dienen soll. Das Schützenfest sollte mit einer geschlossenen Tanzveranstaltung bei Gastwirt Grafe abgeschlossen werden.

Im folgenden Jahr fiel das Fest aus. Erst 1861, am 04. August, wurde wieder ein Fest durchgeführt. In dem eingereichten Gesuch hieß es, dass es nachmittags um 3 Uhr beginnen sollte.

Ein Tanzzelt sollte in Nollmanns Garten oder bei Eggers aufgestellt werden. Für die Rothenfelder Kurgäste war der Eintritt frei.

Beim Meierhof zu Helfern, in der sogenannten "Voßkuhle", wurde das Fest am 10.August 1862 durchgeführt "... zur Unterhaltung der Badegäste ..." wie es in dem Schreiben heißt. Das Schützenfest ging aus von der Musikkommission der Saline.

Zum Vorstand gehörten: Salineninspektor Schwanecke, Dr. med. Schloymann und Colon Gersmann.

Eine Tanzveranstaltung bei Gastwirt Grafe beendete das Fest. Zwei Wochen später, am 24. August, fand noch eine Nachfeier statt.

Ein Jahr später -1863- fand das Fest am 26. Juli und die Nachfeier am 23. August statt.

1864 war das Fest am 06. Juli.

Damit war auch diese Periode Erpener Schützengeschichte beendet.

 

Die Geschichte des Schützenvereins Erpen-Timmern e.V.

In der Hauptversammlung am 9. Oktober 1920 wurde der alte Schießverein aufgelöst und ein neuer Schießverein im Vereinslokal Ernst Walter gegründet. Neben diesem Verein existierte noch ein 2.Verein, der Bürgerschützenverein Erpen-Timmern. Die Protokolle existieren nur vom Schießverein Erpen.

Das erste Schützenfest feierten die Vereine gemeinsam am 3. Oktober 1920; geschossen wurde auf Adler und Medaillenscheibe. Das Adlerschießen gehörte von Anfang an zum festen Bestandteil des Festes. Der erste Schützenball fand im Hotel Nollmann in Bad Rothenfelde statt. Der Eintritt betrug 3 Mark, Damen zahlten 2 Mark. Als Tanzabzeichen verteilte man Papiermützen.

Am 6. Juli beschloss der Verein die Anschaffung einer Königskette. Zum 2. Schützenfest schaffte man für 2000 Mark Preise an und als Schießpreis wurden 6 Mark verlangt. Auch wurde ein Platzgeld in Höhe von 3 Mark erhoben. Über die Aufnahme von neuen Mitgliedern stimmte die Versammlung mit Stimmzetteln ab. Der Mitgliederbeitrag belief sich auf 15 Mark pro Jahr. Zum Schützenfest 1922 bestellte der Verein 3 Zelte. Außerdem kaufte man eine Vereinsfahne. Die Fahnenweihe erfolgte ebenfalls zu diesem Fest.

In diesem Jahr führte der Verein den Posten "Vereinsbote" ein.

Anlässlich der Generalversammlung 1922 beschloss der Verein, die Bezeichnung von Schießverein Erpen in Schützenverein Erpen zu ändern. Ebenfalls wurde die Königskasse eingeführt, um dem jeweiligen Schützenkönig einen Zuschuss zu zahlen.

Speziell für die Schützenfeste wählte die Versammlung in jedem Jahr ein Offizierskorps, die sich aus Major, Adjutant, Hauptmann, 2 Fahnenoffizieren, 2 Ordonnanzen und 2 Königsadjutanten zusammensetzt.

Ab 1924 feierte der Schützenverein das Schützenfest 3 Tage lang. Die Schützenfestvorfeier wurde eingeführt.

Der Festverlauf war wie folgt:

Sonnabend

17:30 Uhr Zapfenstreich, Antreten und Abholung des Adlers. Durchzug durch den Ort zum Festplatz am Timmerwalde.

Sonntag

6 Uhr Ankündigung des Festes durch Böllerschüsse, 8 Uhr Schießen, 13.30 Uhr Umzug durch den Ort zum Festplatz, Kinderbelustigung, 20 Uhr Polonäse mit anschließendem Ball.

Montag

9 Uhr Antreten, Umzug zum Festplatz, 12 Uhr Proklamation des neuen Königs, 15-17 Uhr Kinderball, 17 Uhr Krönung des neuen Königs, 19 Uhr große Preisverteilung, 20 Uhr Königspolonäse mit anschließendem Schlussball.

Auch Vereinsausflüge führte der Verein durch, das erste Ziel war Sondermühlen.

1925 wurde über die Gründung der Teutoburger Schützenbrüder berichtet, wo auch Erpen eintrat. Am 12. Dezember 1931 fand die Vereinigungsversammlung zwischen dem Bürgerschützenverein Erpen-Timmern und dem Schützenverein Erpen statt. Von nun an nannte sich der Verein Bürgerschützenverein Erpen-Timmern. Der 1. Vorsitzende war Heinrich Hamersmeier.

Nach dem 2. Weltkrieg verboten Amerikaner und Engländer die Schützenvereine. Erst 1948 durften wieder Schützenvereine entstehen. Am 11.12.1948 fand die Neugründungsversammlung statt. Es begann der 3. Abschnitt der Vereinsgeschichte. l950 fand das Schützenfest auf Varwigs Gerstenland in Timmern statt. Das Schützenhaus war nach dem Krieg mit Flüchtlingen belegt.

Ab 1951 feierte der Verein wieder auf dem historischen Festplatz am Timmerwalde. In diesem Jahr trat man dem Osnabrücker Schützengau bei. Am 8. September 1951 beteiligte sich der Schützenverein mit einem historischen Schützenwagen an der "Elfhundert Jahr-Feier" von Erpen.

Ab 1953 wurde das KK-Schießen wieder genehmigt. Der Verein beschloss zwei Kleinkaliberstände zu bauen, und einen automatischen Selbstanzeiger nebst 2 Kleinkalibergewehren anzuschaffen. Am 12.12. l953 wählte der Schützenverein Werner Meyer zu Erpen zum neuen Präsidenten.

Im Jahre 1958 baute der Verein die Schützenhalle weiter aus.

1963 wurde das 8. Kreisschützenfest bei uns am Timmerwald gefeiert.

Auf Initiative von Werner Meyer zu Erpen wurde 1967 die Schießsportgemeinschaft Röwekamp gegründet. Mitglieder konnten nur die 15 Vereine des Schützenkreises Iburg werden. Das Ziel war, die besten Schützen dieser Vereine bei größeren Schießen wettbewerbsfähig zu machen.

Im Zuge der Gleichberechtigung wurde 1968 eine aktive Damenriege mit Stimmrecht gegründet.

Zum 50jährigen Jubiläum des Schützenvereins Erpen-Timmern feierte man das zweite Mal ein Kreisschützenfest in Erpen.

1971 entstand eine große Mehrzweckhalle mit 10 Luftgewehr-Zuganlagen. Erpen wurde zum Leistungszentrum für das Luftgewehrschießen im Schützenkreis Iburg.

Nach dem Tod von Werner Meyer zu Erpen wählte die Versammlung am 20. April 1985 Ulrich Bunselmeyer zum neuen Präsidenten des Schützenvereins Erpen-Timmern, der in diesem Jahr das 10-jährige Präsidentenjubelfest feiert.

Eine II. Kompanie aus jugendlichen Mitgliedern wurde 1986 gegründet. Sie versteht sich als Bindeglied zwischen Jung und Alt. Es soll dadurch einer Überalterung des Vereins entgegengewirkt werden. Ziel dieser 2. Kompanie soll es sein, einige Aufgaben im Vereinsleben später zu übernehmen. Bisher wurden zahlreiche Veranstaltungen von ihr mit Erfolg organisiert.

Im Jahre 1987 wurde das Schützenfest um 1 Tag verlängert. So kann der Jugend ein eigener Abend angeboten werden. Ab 1990 werden die Schützenfeste in eigener gastronomischer Regie durchgeführt.

Derzeitiger Vorstand :
Präsident Ulrich Bunselmeyer, stellvertretender Präsident Jochen Schlüter, 1. und 2. Kassierer Klaus Gessat und Achim Wieland, 1. und 2. Schriftführer und Pressewart Wolfgang Krellmann und Rolf Mäscher, Damensportleiterin Anita Bunselmeyer, 1. Sportleiter Horst Plumpe, Jugendsportleiter Lutz Lübbert, Oberst Wolfgang Schlüter.

Vom 21. bis 24. Juli 1995 wird das 3 . Kreisschützenfest auf dem historischen Festplatz am Timmerwald begangen. Anlass ist das 75-jährige Vereinsjubiläum.

Der Verein zählt heute 386 Mitglieder.

21. Juli 1995